Der Konzertabend findet im Rahmen von Labor für neue Musik statt – einem Format, das die Orgel als offenen Klangraum versteht. Für Vladimir Magalashvili hat der Begriff „Labor“ dabei auch eine ganz konkrete Bedeutung: Parallel zu seiner musikalischen Ausbildung arbeitete er in einer Forschungsgruppe am N. D. Zelinsky-Institut für Organische Chemie in Moskau.
Die Form des Sterns lässt sich in diesem Zusammenhang dreifach verstehen: als Struktur, als Orientierung und als kosmisches Bild. Als Struktur bleibt die Ordnung der Sets gleich, auch wenn sich je nach Ausgangspunkt ein anderer Weg ergibt. Als Orientierung wirkt der Stern wie ein Leitstern, der eine Richtung zeigt, aber mehrere Wege offenlässt. Und als kosmisches Bild verweist er auf ein Zentrum, von dem aus sich Energie und Bewegung entfalten.
Von hier aus wird auch die Idee des Clusters verständlich. Gemeint ist zunächst der musikalische Cluster: mehrere eng beieinander liegende Töne, die als eine gemeinsame Klangmasse hörbar werden. Der Begriff wird aber auch in der Astronomie verwendet – für Ansammlungen von Sternen oder Galaxien.
So verbindet SOUNDSCAPES diese Ebenen: Der Cluster erscheint als Verdichtung von Klang, als Zentrum von Spannung und als etwas, das sich bündeln, ausbreiten oder wieder auflösen kann – einmal als Anziehung, ein anderes Mal als Licht und Ausstrahlung.
Das verbindende Element des Programms liegt genau darin: Jede der gespielten Kompositionen arbeitet auf ihre eigene Weise mit solchen Clustern.